
Dein Stundenverrechnungssatz ist oft „gefühlt“ – aber nicht kostendeckend.
Viele rechnen mit 100% Produktivzeit. Die Realität frisst den Gewinn.
Nicht mehr Anfragen lösen dein Problem. Die richtigen Aufträge schon.
Der Hebel ist nicht nur der Stundensatz: Kalkulation, Auftragsmix, Engpässe.
Mit einem 15-Minuten-Check siehst du sofort, ob du draufzahlst.
Viele hoffen: „Beim Material hole ich es wieder rein.“
Das klappt im Handwerk immer seltener.
Kunden vergleichen Materialpreise.
Lieferanten ziehen an.
Und du hast mehr Aufwand, wenn sich Lieferzeiten ändern.
Materialmarge ist kein Rettungsring.
Sie ist ein Bonus.
Wenn dein Stundenverrechnungssatz nicht trägt, zieht dich jeder Auftrag langsam runter.
Der Chef „macht mal schnell“:
Aufmaß, Beratung, Angebot, Einkauf, Projektkoordination, Mitarbeiterfragen, Reklamationen.
Viele rechnen diese Stunden nicht sauber in die Kostendeckung ein.
Das ist gefährlich.
Denn deine Chefzeit ist oft der Engpass im Betrieb.
Wenn du sie verschenkt, kann der Laden nicht wachsen. Und du wirst nicht freier.
Jetzt kommt die Gegenposition, die viele nicht hören wollen:
Mehr Anfragen lösen kein Problem. Die richtigen Anfragen schon.
Du kannst den Stundenverrechnungssatz erhöhen – und trotzdem bleibt es eng, wenn:
du ständig Sonderlösungen baust,
dein Auftragsmix falsch ist,
deine Kalkulation zu weich ist,
deine Engpässe dich ausbremsen (Chefzeit, Montage, Oberfläche, Planung).
Der Stundensatz ist nur die Zahl oben.
Die Musik spielt darunter: Strategiekarte, Kalkulation, Auftragsmix, Engpässe.
Du brauchst eine Zahl, die stimmt. Nicht eine, die sich gut anfühlt.
Klarheit heißt: Du kennst deine echten Kosten und weißt, was pro Stunde mindestens rein muss.
Das kannst du konkret tun:
Schreib 3 Kostenblöcke auf ein Blatt: Personal, Betrieb, Chefzeit.
Notier deine realistisch abrechenbaren Stunden pro Monat (nicht Wunschdenken).
Stell dir eine simple Frage: „Wenn ich 10% weniger arbeite: bleibt dann genug übrig?“ Wenn nein, ist die Basis wacklig.
Nicht jeder Auftrag ist gleich gut.
Manche Aufträge fressen Zeit, Nerven und Marge.
Fokussierung heißt: Du steuerst deinen Auftragsmix.
Du willst mehr von dem, was sauber durchläuft.
Und weniger von dem, was ständig knallt.
Das kannst du konkret tun:
Markier die letzten 10 Aufträge: Welche 3 waren am profitabelsten – und warum?
Schreib 3 Kriterien für „gute Aufträge“ auf (z. B. klare Entscheidung, feste Abläufe, wenig Schnittstellen).
Sag bei Preisdrückern schneller „nein“ oder gib ein Angebot mit klarer Leistungskante.
Vereinfachung heißt nicht „billiger“.
Es heißt: weniger Sonderfälle, weniger Schleifen, weniger Chaos.
Wenn du jedes Projekt neu erfindest, ist der Stundenverrechnungssatz egal.
Dann verlierst du über Nacharbeit und Abstimmung.
Das kannst du konkret tun:
Bau 1–2 Standardpakete (z. B. „Montage inklusive / Montage separat“ mit klaren Regeln).
Halte Nachträge schriftlich fest – immer.
Definiere einen Engpass pro Woche: Wo stockt es wirklich (Planung, Oberfläche, Montage, Chef-Freigaben)?
Wenn du diese 3 Schritte sauber angehst, siehst du typischerweise:
Mehr qualifizierte Anrufe statt „Was kostet der Meter?“
Weniger Preisdrücker, weil dein Angebot klarer wird
Höhere Angebotsquote, weil du nicht mehr alles anbietest
5–10 Stunden pro Woche zurück beim Inhaber, weil weniger Chaos entsteht
Nimm dein letztes Angebot. Streiche alles, was „nicht klar definiert“ ist. Schreib es konkret hin.
Schreib daneben 3 Zeitfresser, die bei dem Auftrag sicher passieren (Fahrten, Abstimmung, Nacharbeit).
Rechne grob: Wenn diese 3 Zeitfresser zusammen 6 Stunden sind – sind die im Preis drin? Wenn nein: Da verlierst du Geld.
Ausgangslage:
28 offene Angebote im Monat
Abschlussquote: 12%
Viele Sonderanfertigungen mit viel Abstimmung
Stundenverrechnungssatz „wie alle“ angesetzt
Fehler:
Chefzeit nicht eingepreist (Beratung, Planung, Nachtelefonieren)
Abrechenbare Stunden zu optimistisch gerechnet
Auftragsmix: zu viele Projekte mit vielen Schnittstellen
Änderung:
Strategiekarte gebaut: Welche Aufträge bringen Ruhe + Marge?
Kalkulation verschärft: Chefzeit und Abstimmung als feste Positionen
Angebotsstruktur vereinfacht: klare Pakete, klare Nachtragsregel
Ergebnis:
Abschlussquote: 12% → 31% (weniger, aber passendere Angebote)
2 lukrative Aufträge pro Monat mehr, obwohl weniger „rausgeht“
Chef gewinnt 6–8 Stunden pro Woche, weil weniger Rückfragen entstehen
| Fehler | Warum problematisch | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| „Wir sind voll, also passt es“ | Auslastung kann Verlust verdecken | Deckungsbeitrag je Auftrag prüfen, nicht nur Stunden |
| Stundensatz am Wettbewerb ausrichten | Deine Kosten sind individuell | Kostendeckung aus eigener Struktur ableiten |
| Chefzeit nicht rechnen | Engpass wird verschenkt | Chefzeit als feste Position einkalkulieren |
| Zu viele Sonderfälle | Nacharbeit frisst Marge | Standardpakete + klare Nachträge |
| „Material holt’s rein“ | Marge unsicher, Aufwand steigt | Arbeitszeit sauber kalkulieren, Material als Bonus |
Einwand: „Keine Zeit“
Verständnis: Klar. Du bist im Tagesgeschäft.
Klarstellung: Genau deshalb brauchst du Klarheit. Sonst rennst du weiter im Kreis.
Kleinster nächster Schritt: Nimm 1 Angebot von letzter Woche und rechne 15 Minuten nach: Welche Stunden waren nicht drin?
Einwand: „Zu teuer“
Verständnis: Niemand zahlt gern mehr.
Klarstellung: Es geht nicht um „teurer“. Es geht um kostendeckend. Sonst zahlst du drauf.
Kleinster nächster Schritt: Schreib deine 3 größten Kostenblöcke auf. Wenn du sie nicht kennst, ist jeder Preis geraten.
Einwand: „Geht bei mir nicht“
Verständnis: Jeder Betrieb ist anders.
Klarstellung: Genau. Darum taugt „Marktpreis“ als Maßstab nicht.
Kleinster nächster Schritt: Definiere 3 Kriterien für Aufträge, die bei dir gut laufen. Dann bietest du gezielter an.
Wenn du merken willst, ob dein Stundenverrechnungssatz wirklich zur Kostendeckung passt, dann lass uns das sauber anschauen.
Im kostenlosen Klarheits-Call passiert Folgendes:
Wir schauen deine Situation an: Kostenstruktur, Kalkulation, Engpässe.
Wir schauen gemeinsam - Was lohnt sich, was nicht?
Wir identifizieren 1–2 Hebel, die sofort wirken (Auftragsmix, Angebotslogik, Chefzeit).
Du bekommst Klarheit – ohne Verkaufsdruck.
Keine Abo-Modelle.
Auftragsmix im Schreinerhandwerk: Welche Projekte wirklich Geld bringen
Kalkulation ohne Bauchgefühl: So bekommst du Kostendeckung in den Griff
Engpässe erkennen: Warum der Chef oft die Bremse ist
Wenn du magst, erstelle dir eine 1-Seiten-Checkliste:
„Kostendeckung-Check fürs Angebot“ (Chefzeit, Abstimmung, Fahrten, Nacharbeit, Nachträge).
Die kannst du neben den Rechner legen und jedes Angebot daran prüfen.
FAQ
Frage: Was ist ein guter Stundenverrechnungssatz für Schreiner?
Antwort: Ein „guter“ Stundenverrechnungssatz ist der, der deine Kosten deckt und Gewinn lässt. Nicht der, den der Nachbar nimmt. Entscheidend sind deine echten Kosten (Personal, Betrieb, Chefzeit) und wie viele Stunden du realistisch abrechnen kannst. Wenn du zu optimistisch rechnest, wirkt der Satz okay – und du verlierst trotzdem Geld.
Frage: Warum bin ich trotz voller Auftragslage nicht profitabel?
Antwort: Volle Auslastung ist kein Beweis für Gewinn. Oft fressen nicht abrechenbare Zeiten die Marge: Fahrten, Abstimmung, Nacharbeit, Reklamationen, fehlende Teile. Wenn diese Stunden nicht im Preis stecken, arbeitet der Betrieb zwar viel, aber nicht kostendeckend. Darum braucht es Kalkulation und Auftragsmix statt nur „mehr Anfragen“.
Frage: Muss ich einfach nur meinen Stundensatz erhöhen?
Antwort: Nicht zwingend. Eine Erhöhung kann helfen, aber sie löst das Kernproblem nicht, wenn deine Abläufe zu viele Sonderfälle erzeugen oder Chefzeit verschenkt wird. Der stärkere Hebel ist eine saubere Kalkulation plus Fokussierung auf Aufträge, die ruhig laufen. Dann steigen Abschlussquote und Marge – ohne dass du nur „teurer“ wirst.
Frage: Welche Rolle spielt die Chefzeit in der Kalkulation?
Antwort: Chefzeit ist oft der teuerste Engpass, wird aber am häufigsten vergessen. Beratung, Aufmaß, Angebot, Einkauf, Koordination und Problemlösen kosten Stunden. Wenn du das nicht einpreist, subventionierst du jeden Auftrag mit deiner Freizeit. Sobald Chefzeit sauber im Angebot steckt, wird Kostendeckung realistisch – und du gewinnst wieder Steuerbarkeit.
ÜBER DEN AUTOR

Rainer Umert
Sein Ansatz: Weniger Werbe-Bla,Bla, mehr ehrliche Beratung auf Augenhöhe. Er hilft Schreinern, ihre besten Aufträge zu erkennen, Zeitfresser auszubremsen und endlich für ihre Qualität bezahlt zu werden. Seine Mission: Das Handwerk sichtbar, wertvoll und profitabel machen.
WEITERE BLOGARTIKEL